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Georg Kaiser, Geschäftsführer der BIO COMPANY, denkt laut.

Die Kolumne

Meine Kolumne in unseren Monatsflyern und hier im Web wurde von Partnern und Kunden gern aufgegriffen und war öfter Anlass für längere, fruchtbare Diskussionen auch innerhalb des Unternehmens BIO COMPANY.

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Hier nun die aktuellen Themen 2014:

Beenden Sie mit uns den "Klassenkampf" im Gemüseregal!

Liebe Kundinnen, liebe Kunden!

Vermarktungsnormen für Obst und Gemüse haben es jetzt schwer in der EU. Mehr als die Hälfte aller produktspezifischen Vorschriften über Mindestgrößen für Zwiebeln oder die maximale Krüm-mung von Gurken sind schon außer Kraft gesetzt. Man könnte glauben, den europäischen Fruchtvermessern sei die detailversessene Regulierungswut endlich vergangen.

Doch das täuscht. Für viele Obst- und Gemüsearten gelten nach wie vor bis ins Einzelne definierte Klassenunterschiede. Das aktuelle Nebeneinander klassifizierter und klassenloser Früchte wirkt willkürlich und erschwert Ihnen als Verbrauchern die Orientierung. Die Frage drängt sich auf, ob der "Klassenkampf" im Gemüseregal nicht besser ganz zu beenden wäre.

Gesetzlich verordnete Handelsklassen, die vorgeben, Qualität zu sichern, tragen tatsächlich eher zu deren Verschwinden bei, wenn sie Äußerlichkeiten von Äpfeln oder Birnen zu wichtigen Auslesekriterien erheben. Verpackungslogistiker mögen sich über gleichlange, schnurgerade Gurken freuen. Wer Wert auf geschmackvolle Sortenvielfalt legt und keine Lebensmittel-Verschwendung in Kauf nehmen will, wird Zirkel und Lineal zur Bemessung der Qualität natürlich gewachsener Früchte kaum in Betracht ziehen!

Doch auch wenn nun ein Teil der technokratischen Vorschriften vom Tisch und der Weg wieder frei für nicht vorschriftsmäßig gekrümmte Gurken und mehrbeinige Möhren ist: Der Geist solcher Normen lässt sich allein damit nicht wieder in die Flasche sperren. Was das praktisch bedeutet, haben wir jüngst bei der BIO COMPANY erlebt. Als wir neben den gewohnten geraden Gurken auch wieder Exemplare einer erstklassig aromatischen, aber urwüchsig krummen Sorte von einem unserer regionalen Lieblings-Lieferanten anboten, waren sie leider längst nicht so gefragt, wie es ihre "inneren Werte" verdient hätten.

Wenn wir unzeitgemäße Standards vollständig aus dem Gemüseregal verbannen und uns nicht länger industriegenormt abspeisen lassen wollen, dann wird der Wandel aus beiden Richtungen kommen müssen: Einerseits von Unternehmen wie der BIO COMPANY, die ungenormten Früchten immer mehr Platz im Regal einräumen. Und andererseits von Kunden wie Ihnen, die bei unserem Obst- und Gemüseangebot den Gehalt höher bewerten als die Gestalt und lieber nach ihrem persönlichen Qualitätsurteil wählen als auf verordnete Auszeichnung zu vertrauen!

Es grüßt Sie herzlich Ihr Georg Kaiser.

Saatgutvielfalt ist ein Bürgerrecht!

Liebe Kundinnen, liebe Kunden!

Viele haben es hoffnungsvoll begrüßt: Die neueste EU-Kommissionsvorlage zum Saatgutrecht ist fürs Erste abgelehnt! Überall in Europa sind tausende Bürger gegen den Beschluss dieses Vorschlags Sturm gelaufen, weil dies den weiteren Verlust von Obst-, Gemüse- und Getreidesorten und noch stärker eingeschränkte Zugangsrechte zu Saatgut bedeutet hätte.

Aber gibt die Mehrheit, mit der die Vorlage im EU-Parlament wie im EU-Agrarausschuss zurückgewiesen wurde, nun auch Grund zur Hoffnung auf eine grundsätzliche Richtungsänderung bei der Saatgutgesetzgebung? Dringend notwendig wäre dies. Denn schon in seiner augenblicklichen Form dient das europäische Saatgutrecht den Ansprüchen der Allgemeinheit wenig.

Im Gegenteil: Fachleute sind sich einig, dass die aktuellen Regelungen für die Marktzulassung von Nutzpflanzensorten erheblich zum bedrohlichen Rückgang der Sortenvielfalt in den letzten Jahrzehnten beigetragen haben. Wer dabei von einer ernsten Bedrohung spricht, übertreibt nicht. Immerhin setzt das weitere Schwinden der Vielfalt unserer Kulturpflanzen genetische Ressourcen aufs Spiel, die öffentlich verfügbar bleiben müssen, um uns auch in Zukunft konzernunabhängige Nahrungssicherheit zu garantieren!

Um diese brisante Entwicklung zu stoppen, muss mehr geschehen als die Ablehnung einer aktuellen Gesetzesänderung. Schon jetzt ist die Berufsfreiheit von Landwirten und Gärtnern betroffen, weil Konzernmacht und Gesetzgeber ihnen (früher selbstverständliche) Privilegien der eigenständigen Sortenwahl und Saatgutgewinnung genommen haben. Und schon jetzt haben Verbraucher nicht mehr die Wahl, selbst zu bestimmen, was auf ihre Teller kommt, weil unzeitgemäße Zulassungsregeln Neuzüchtungen aus Ökobetrieben und alte Sorten mit weniger standardisierten Eigenschaften vom Markt fernhalten.

Wenn die Obst- und Gemüseabteilungen (nicht nur) im Biohandel eines Tages wirklich die freie Wahl bieten und Verbraucher dort farbenprächtige, vielgestaltige, aromatische Früchte der unterschiedlichsten Sorten vorfinden sollen, dann brauchen wir ein ganz anderes europäisches Saatgutrecht: eins, dass dem berechtigten öffentlichen Interesse an Erhaltung und Förderung der Nutzpflanzenvielfalt und an der allgemeinen Zugänglichkeit dieser wichtigen Ressource sehr viel besser Rechnung trägt als das bisherige!

Es grüßt Sie herzlich Ihr Georg Kaiser.

Lernen im Biomarkt? Für mein Leben gern!

Liebe Kundinnen, liebe Kunden!

"Eine große Werbetrommel brauchen wir nicht für unsere Ausbildungsplätze. Die Mehrzahl der Bewerber kommt ganz von allein auf die BIO COMPANY zu!", berichtet mir unsere Ausbildungsleiterin Karen Koch. Ich halte das für ein gutes Zeichen: Dass wir zu den besten Ausbildungsbetrieben Berlins gehören, fanden offensichtlich nicht nur die Prüfer der IHK, die uns 2010 dafür auszeichneten. Auch die, auf die es am meisten ankommt, nämlich die Auszubildenden selbst, scheinen sich bei uns wohlzufühlen!

Dass sich manche Bewerber bei der Wahl ihres Ausbildungsbetriebs von Freunden beraten lassen, die bereits in einer BIO COMPANY-Filiale mitarbeiten, weist in die gleiche Richtung. Abiturienten und sogar Studienabbrecher, die die berufliche Karriere bei der BIO COMPANY einem Studium vorziehen, sind dabei übrigens keine Seltenheit.

Eine im Branchenvergleich extrem geringe Zahl abgebrochener Lehren (bei uns deutlich unter 5 %) und die hohe Übernahmequote (gut 85 % der Absolventen werden anschließend langfristige Mitarbeiter der BIO COMPANY) sprechen ebenfalls für die richtige Wahl auf beiden Seiten.

Karen Koch nimmt besonders gern Bewerberinnen und Bewerber ins Team auf, die ihr engagiert, lebensfroh und sprachgewandt begegnen. Junge Menschen, die auch deshalb gut zur BIO COMPANY passen, weil sie erwarten, dass ihr eigener Ernährungsstil und ihre ökologischen Überzeugungen auch in ihrem Berufsleben eine Rolle spielen. Zeugnisnoten sind zwar nicht unwichtig, für uns jedoch weniger entscheidend als persönliche Qualitäten wie Zuverlässigkeit oder Teamfähigkeit!

Die Bereitschaft, Neues zu lernen und eigene Ideen zu entwickeln, fördert die BIO COMPANY zusammen mit verschiedenen Kooperationspartnern und mit erweiterten Angeboten an ihre Lehrlinge. So übernehmen wir zum Beispiel die Kosten für freiwillige Zusatzqualifikationen, etwa im Fach Naturkost oder in Fach-Englisch. Den Jahrgangsbesten bietet sich sogar die Chance auf ein vollfinanziertes vierwöchiges Auslandspraktikum, derzeit in einem Bio-Supermarkt in London!

Und nach der erfolgreich abgeschlossenen Lehre winkt nicht nur die Festanstellung in einem jungen Unternehmen auf Wachstumskurs. Die umfassende und vielseitige Ausbildung bei der BIO COMPANY bereitet auch bestens auf den Aufstieg in eine der verantwortlichen Positionen vor, die entscheidend am Unternehmenserfolg beteiligt sind.

Es grüßt Sie herzlich Ihr Georg Kaiser.

Biolandbau ist keine Insel der Seligen

Liebe Kundinnen, liebe Kunden!

"Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt!" lässt Schiller Wilhelm Tell dem Feldschützen entgegnen, der im ruhigen Landleben allem Zwist entfliehen will. Seine Warnung fällt mir ein, wenn ich an das Nebeneinander von Biolandbau und Agrarindustrie denke.

Nun wird niemand konventionellen Betrieben Bosheit unterstellen noch Biobauern Heiligenscheine andichten. Doch ich glaube gern, dass friedlich bleiben schwerfällt, wenn es so böse läuft wie für 300 Kleinbauern in Brasilien: Deren komplette Biosoja-Ernte 2010 war unverkäuflich, weil sie durch den gewaltig gestiegenen Pestizideinsatz im benachbarten Gensoja-Anbau mit dem Insektengift Endosulfan belastet wurde.

Das Mittel ist jetzt verboten, darf aber noch für mehrjährige Übergangsfristen verwendet werden. Ökobauern finden aber nicht nur verbotene Pestizide bedenklich, die noch im Umlauf oder als Altlasten in der Umwelt sind. Auch jährlich steigende Mengen im konventionellen Landbau zugelassener Spritzmittel, vor allem des verbreiteten Totalherbizids Glyphosat, fördern nicht unbedingt den ländlichen Nachbarschaftsfrieden.

Biolandbau findet hierzulande fast immer in der Nähe konventionell bewirtschafteter Flächen statt, und weder Wind noch Wasser machen an Grundstücksgrenzen halt. Müssen wir also fürchten, dass der Pestizideinsatz der Agrarindustrie mehr und mehr zum Problem für den hiesigen Biolandbau werden und auch dessen Früchte belasten könnte?

Um diesbezüglich kontrollierte Sicherheit zu gewährleisten, führt der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN), dessen Mitglied die BIO COMPANY ist, zusammen mit 24 Bio-Regionalgroßhändlern und Bio-Importeuren monatliche Laboruntersuchungen bei Obst, Gemüse und Kräutern durch. Seit der Einführung dieser "Monitoring" genannten Pestizidkontrolle blieb die weit überwiegende Zahl der Proben unbeanstandet! Geringste Verunreinigungen waren die Ausnahme, stammten fast immer aus der konventionellen Produktion und konnten im Weiteren vermieden werden. Als Kunden der BIO COMPANY können Sie daher jederzeit auf geprüfte Lebensmittelsicherheit und einwandfreie Bioqualität vertrauen!

Zu denken geben muss es uns trotzdem, dass sich die Labortester in letzter Zeit etwas häufiger Proben mit solchen minimalen Rückständen konfrontiert fanden. Es beweist erneut, wie gut die Politik daran täte, dem Ökolandbau, der gänzlich ohne Glyphosat und Co. auskommt, endlich ernsthaft Vorrang vor der spritzwütigen Agrarindustrie einzuräumen!

Es grüßt Sie herzlich Ihr Georg Kaiser.

Save our soils - rettet unsere Böden!

Liebe Kundinnen, liebe Kunden!

Sturzflutartige Regenfälle, die auf ein Feld am Berghang niederprasseln, ein Sturm im Flachland, der in rasendem Tempo staubtrockenen Ackerboden aufwirbelt – das sind wahrlich "bewegende" Wetterereignisse. Wenn Wind und Regen auf offene Ackerflächen treffen, reißen sie fünf- bis zehnmal soviel fruchtbaren Boden mit sich fort, wie sich im Laufe eines Jahres neu bilden kann! Humusverlust durch Erosion ist zwar eine der stärksten Bedrohungen für die Bodenfruchtbarkeit, aber nicht die einzige. Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO haben agrarindustrielle Bewirtschaftungsformen weltweit bereits mehr als ein Drittel der Ackerböden dauerhaft verwüstet.

Jedes Jahr die immer gleichen Hochleistungskulturen auf großer Fläche, schwere Maschinen, die die Böden einerseits verdichten, andererseits aufwühlen und der Erosion preisgeben, große Mengen Pestizide und Kunstdünger, die das Bodenleben töten, so hat die natürliche Bodenfruchtbarkeit keine Zukunft! Und die rücksichtslose Zerstörung schreitet täglich weiter fort, auch in Deutschland.

Dieses wenig beachtete Geschehen ist es, worauf die Kampagne "Save Our Soils – Rettet unsere Böden" aufmerksam macht: Die Bodenfruchtbarkeit, die als Grundlage für die weltweite Ernährungssicherheit ein höchst schützenswertes Gemeingut sein sollte, ist längst zu einer stark gefährdeten Ressource geworden!

Die neue Bundesregierung täte deshalb gut daran, die Leistungen des ökologischen Landbaus für den Bodenschutz endlich anzuerkennen und viel besser zu fördern. Anders werden wir die Funktionen des Bodens als Wasser- und Kohlenstoffspeicher und die wichtigste Grundlage unserer Ernährung nicht erhalten können.

Diesen Zweck verfolgt auch eine Initiative, die den Bodenschutz wieder zum Kernthema im Biohandel machen soll. Die Veranstalter von vier großen Regionalmessen der Biobranche haben sich jetzt entschlossen, Biolandwirte der jeweiligen Regionen beim Humusaufbau ihrer Böden finanziell zu unterstützen, um damit den klimaschädlichen CO2-Ausstoß auszugleichen, den solche Branchentreffen verursachen.

Es grüßt Sie herzlich Ihr Georg Kaiser.

Zum richtigen Essen führt kein Königsweg!

Liebe Kundinnen, liebe Kunden!

Viele Menschen verbinden heute mehr mit ihrer Ernährung als die Notwendigkeit zum Sattwerden. Was sie essen und mehr noch, was nicht, ist für sie auch Überzeugungs-Sache. Dabei haben die einen den Tier- und Naturschutz oder die faire Nutzung globaler Ressourcen im Blick, während es anderen besonders auf ganzheitliche Gesundheit und lebenslange Fitness ankommt.

Manche verzichten deshalb auf Fleisch oder folgen den strengeren Regeln der Veganer und beschränken sich beim Essen ausschließlich auf Pflanzen und Pilze. Andere lassen sich von Empfehlungen leiten, wie sie beispielsweise Hildegard von Bingen, die traditionelle chinesische oder die ayurvedische Ernährungslehre geben.

Mit letzteren habe ich selbst sehr gute Erfahrungen gemacht. Mein Anstoß dazu war eine Ayurveda-Kur. Zwei Wochen, in denen ich unter anderem eine nach Art der ayurvedischen Heilkunst auf meinen Typ und meine augenblickliche Lebensweise abgestimmte Ernährung ausprobieren konnte. Ihr Kern bestand in meinem Fall darin, Lebensmittel zu wählen, die ein "hitziges Pitta abkühlen" können. Flankiert von Yoga und Atemübungen ist der Erfolg dieser Umstellungen für mein Wohlbefinden so überzeugend ausgefallen, dass ich einen Großteil davon bisher beibehalte!

Ich weiß nun: Für mich ist ayurvedische Ernährung in vieler Hinsicht das Richtige! Als einzig wahren Ernährungsstandard, der für alles und jeden gleichermaßen gut und richtig sein muss, betrachte ich sie deshalb aber nicht. Was zum Beispiel heißt, dass ich Fleisch oder Fisch – ökologisch korrekte Herkunft natürlich vorausgesetzt – nicht gänzlich gestrichen habe, obwohl beides in streng ayurvedischen Speiseplänen nicht vorgesehen ist.

Denn auch das ist mir in diesen zwei Wochen klargeworden: Nicht die einzelnen Regeln einerbestimmten Ernährungsphilosophie sind entscheidend. Viel wichtiger ist, dass Achtsamkeit als übergeordnetes Prinzip wirkt! Darauf zu achten, welche Lebensmittel einem wirklich gut tun und zugleich bewusst nach ethischen und ökologischen Herstellungsbedingungen zu fragen, führt nämlich zwangsläufig weg von achtlosem Konsum.

Und jeder, der Schritte zu einem achtsamen Ernährungsstil tut, ob nun vegetarisch, ayurvedisch, vegan oder anders, ist auf dem besten Weg zum richtigen Essen!

Es grüßt Sie herzlich Ihr Georg Kaiser.

Kleinbauern sind die Zukunft unseres Essens!

Liebe Kundinnen, liebe Kunden!

Theoretisch könnten Ökobauern halbwegs optimistisch in die Zukunft blicken: Hat die europaweite Bewegung für "Bauernhöfe statt Agrarfabriken" doch immerhin soviel Einfluss auf die Gemeinsame Agrar-Politik (GAP) in Brüssel gehabt, dass eine "grüne Wende" passable Startbedingungen hätte:

Jeder EU-Staat darf jetzt Agrargelder im eigenen Land neu verteilen.

Damit könnten endlich faire Bedingungen für Ökolandbau, lokale Lebensmittelproduktion, Artenvielfalt und Tierschutz geschaffen werden. Theoretisch, wie gesagt. Denn die Bundesregierung hat die Reform zwar mitbeschlossen, denkt aber nicht daran, die nötige Umverteilung der Subventionen auch umzusetzen!

Im Gegenteil! Wer hoffte, der Koalitionsvertrag könnte Bewegung in die Blockade bringen, wird enttäuscht: Internationale Investoren werden weiter mit staatlichen Subventionen in Millionenhöhe geradezu eingeladen, unsere heimischen Bauernhöfe durch Landraub, Megaställe und Monokulturen zu verdrängen.

Auch sonst läuft alles wie bisher: Die Agrarindustrie darf ohne Widerspruch Millionen Hektar Ackerland im Ausland belegen, nur um Tierfutter anzubauen. Jedes fünfte Masttier landet im Export; viele davon in Ländern, wo deutsches Billigfleisch lokale Bauernmärkte zerstört. Und nach wie vor sind keine international verbindlichen Regeln in Sicht, die den Börsenpoker um Nahrungsmittel beenden könnten.

Sollten die Lobbyisten von Monsanto und Co. ihre Interessen im derzeit mit den USA diskutierten Freihandelsabkommen durchsetzen, wird manches sogar schlimmer kommen. Gensaaten werden wir dann wohl kaum länger von uns fernhalten können. Im aktuellen Koalitionsvertrag ist die entsprechende Hintertür bereits offen gelassen: Selbst die bloße Absichtserklärung, deutsche Äcker gentechnikfrei zu halten, sucht man dort vergeblich!

Angela Merkel scheinen Genkartoffeln in ihrer Suppe egal zu sein. Mich dagegen bringt soviel agrarpolitische Verantwortungslosigkeit ziemlich in Rage und auf alle Fälle am 18. Januar zur 4. "Wir haben es satt"-Demonstration. Ich wäre sehr froh, Sie dabei an meiner Seite zu sehen!

In diesem Sinne grüßt Sie Ihr Georg Kaiser.